„Wo einst […] im Zeichen des nationalen Gegensatzes trutzige Bauten errichtet worden waren, wird nun dieses Denkmal von der deutsch-französischen Freundschaft künden. Wie die Wallfahrtsstätte St. Orannens seit Jahrhunderten über Saar, Lothringen und Moselland hin ausstrahlt, so soll diese Gedenkstätte dem neuen europäischen Geiste dienen, der durch den Staatsmann Robert Schuman und seine großen Mitstreiter geprägt worden ist“.

Auf rund 360 Meter Höhe erhebt sich das Europadenkmal auf dem Linsenhübel in Berus.
Die Konstruktion besteht aus zwei parallel in den Himmel laufenden Stahlbetonplatten. Im unteren Teil befindet sich eine Aussichtsplattform, von der aus Besucher*innen ihren Blick weit ins Saartal oder nach Frankreich schweifen lassen können. Neun strahlenförmig angeordnete Metallstäbe verbinden die beiden Betonplatten im oberen Viertel.

Die Betonplatten, auch Pylonen genannt, stellen die Nationen Deutschland und Frankreich dar.
Die Verbindung durch die Aussichtsplattform symbolisiert die vielfältigen geschichtlichen Wurzeln und die Metallstäbe verkörpern die inzwischen freundschaftlichen Verflechtungen der beiden ehemals verfeindeten Nationen.

An den Innenseiten der Pylonen sind Schrifttafeln angebracht, diese erinnern an die großen Europäer Robert Schuman, Konrad Adenauer und Alcide De Gasperi. Weitere Tafeln, die nach der Einweihung eingefügt wurden, sind dem Luxemburger Joseph Bech, dem Belgier Paul Henry Spaak und dem Initiator des Denkmals, Helmut Bulle, gewidmet.

In den 1960er Jahren entwickelte sich die Idee für ein Europa-Denkmal in Berus und die Gründung eines „Vereins zur Errichtung eines Denkmals für die großen Europäer“ wurde vorangetrieben.

An die Stelle des ehemaligen Hindenburgturms in Berus, der 1934/35 im Zuge des Saarabstimmungskampfes als weithin sichtbares Zeichen nationalistischen Deutschtums errichtet und zu Beginn des 2. Weltkriegs gesprengt worden war, sollte ein Turm treten, der für die deutsch-französische Aussöhnung und europäische Einigung steht.

Im Jahr 1966 fand der Spatenstich durch Altbundeskanzler Adenauer statt. Die Fertigstellung und Einweihung des Denkmals erfolgten im Jahr 1970 unter der Schirmherrschaft des damaligen saarländischen Ministerpräsidenten Dr. Franz-Josef Röder.

Heute ist das Europa-Denkmal ein herausgehobener Ort des Gedenkens. Menschen aus allen Winkeln Europas finden sich ein, um den großen Europäern ehrend zu Gedenken. An diesem Ort der Demokratie treffen sich die Menschen aber auch, um gemeinsam zu feiern. So herrscht um das Denkmal herum immer reges Treiben. Dieses „lebendige“ Denkmal steht daher für ein ebenso lebendiges und demokratisches Europa in Frieden und Freiheit.

 

Digitaler Festakt

Grußwort von Bürgermeisterin Anne Yliniva-Hoffmann

Grußwort von Kurt Schoenen, Landtagsvizepräsident a.D. und Präsident Europa-Denkmal-Berus e.V.

Musikalischer Beitrag von Helmut Bulle „Freude schöner Götterfunken“