SVOLT BAULEITPLANUNG BEGLEITGREMIUM
BERICHT WORKSHOP 1 | 07.06.2021

 

Am 07. Juni fand der erste von fünf Workshops des Begleitgremiums zur Bauleitplanung einer möglichen Ansiedlung der Elektrobatterieproduktionsfirma SVOLT im Kulturhaus in Überherrn statt.

Zwei Themen standen im Fokus: Das Vorhaben selbst und der Verkehr.
Die thematische Diskussion startete jeweils mit einem fachlichen Überblick zum aktuellen Stand.

Der aktuelle Stand des Vorhabens selbst und seine Einbettung in die Bauleitplanung und das Genehmigungsverfahren nach Bundesimmissionsschutzgesetz wurden durch die SHS erläutert. Ergänzt wurden die Ausführungen durch Erläuterungen zur Standortauswahl und eine differenzierte Darstellung des Geltungsbereiches des Bebauungsplanes und der darin liegenden unterschiedlichen Nutzungen wie Industriefläche mit etwa 70ha , Grün- und Ausgleichsflächen mit nach heutigem Stand rund 16 ha oder Straßentrassen mit rund 10 ha durch das Fachplanungsunternehmen FIRU.

Das Begleitgremium benannte in der Diskussion hierzu einige Punkte, die im Weiteren bearbeitet und einbezogen werden, z.B. die maßstäbliche Darstellung der Abstände der Gebäude zu den bestehenden Wohngebieten, Sichtbeziehungen aus Richtung Friedrichweiler, der Wohnstadt und aus Richtung der B269n. Was die Flächengestaltung angeht, konnte klargestellt werden, dass das Gelände auf eine Ebene nivelliert wird, was zu einer Böschung am südlichen Waldrand und einer Auffüllung am Nordrand zur PV-Anlage führt.

Im ersten Bauabschnitt sollen die Produktionshallen entlang des Waldrandes und die Funktionsgebäude entstehen, der zweite Abschnitt umfasst die Produktionshallen am Nordrand.

Eine Geländemodellierung zwischen L279 und Friedrichweiler ist möglich. Im Prozess der Bauleitplanung selbst ist zu prüfen, wie eine Zonierung der Nutzung innerhalb des Geltungsbereiches aussehen könnte. Verkehrsanlagen und Bushaltestellen benötigen Raum
und die erforderlichen Flächen sollten bereits in der Bauleitplanung ausgewiesen werden.
Insgesamt wurde zum Vorhaben und dem Planungsverfahren deutlich, dass es gut ist, frühzeitig über Anregungen und Sorgen zu sprechen, damit diese in die weitere Bearbeitung einfließen können. Es wird detailliert begründet, ob und wie die eingebrachten Aspekte berücksichtigt werden können. Das Begleitgremium betont hier, wie bedeutend es ist, wo möglich bereits frühzeitig verbindlich zu werden, um Sicherheit zu gewährleisten.

Den zweiten großen Themenblock bildete das Thema Verkehr. Die fachliche Einführung erfolgte durch das Ingenieurbüro Schweitzer Ingenieure, das das Verkehrsgutachten mit Methodik und den aktuellen Zwischenergebnissen erklärte. Gezeigt wurde ein grob trassierter Ansatz für die Verlegung der L168 und der L279. Die rege Diskussion im Anschluss machte deutlich, dass schon frühzeitig mögliche Belastungen der Ortslagen in den Blick genommen werden sollen.

Für den öffentlichen Verkehr und den Radverkehr wurden erste Empfehlungen ausgesprochen. So ist eine Fuß- und Radwegbrücke über die B 269n am Waldrand geplant. Entlang der L 168 Richtung Differten wird ein kombinierter Fuß- und Radweg errichtet, ebenso entlang der    L 279 bis zum Waldrand. Das Werksgelände wird entlang der L 168 durch mehrere Kreisverkehre erschlossen.

Mobilitätsangebote wie Werksbuslinie, Mobilitätshub, Verbindung Bushaltestelle zu Werksbereichen, Jobticket-Angebote sollen im Rahmen eines Mobilitätsmanagements durch SVOLT vertieft werden.

Der Verkehrsentwicklungsplan ÖPNV Saarland ist mit seinen Aussagen zum Bahnangebot und zur Reaktivierung der Bisttalbahn für Güter und Personen zu berücksichtigen. In diesem Zusammenhang wurde die Anregung aufgenommen, mit einem Schienenverkehrsexperten
sowie dem saarländischen Ministerium für Wirtschaft und Verkehr in den Austausch zu treten. Die Erkenntnisse werden am 12. Juli im 5. Workshop des Begleitgremiums vorgestellt.
Die Verkehrsuntersuchung wird die Knoten B269/Linsler Hof/Langwiesstraße sowie Langwiesstraße/Hauptstraße (L167) zusätzlich einbeziehen.

In der Diskussion zeigte sich, dass zusätzlichem LKW-Verkehr besondere Aufmerksamkeit geschenkt und z.B. die LKW-Führung im Durchführungsvertrag berücksichtigt bzw. LKW-Durchfahrtverbote geprüft werden sollen.
Im Zusammenhang mit dem Verkehrsentwicklungsplan des Landes ist die Reaktivierung der Bisttalbahn für Güter und Personen zu betrachten, z.B. Bahnhaltepunkt an der PV-Vorhaltefläche bzw. innerhalb der Fläche Kunzelfelderhuf.

Der erste Workshop war ein gelungener Start und machte deutlich, dass der Raum für die Diskussion wichtige Anregungen formuliert.

Die Ergebnisse aller fünf Workshops werden dem Gemeinderat öffentlich vorgestellt